Manche Garne interessieren mich zuerst wegen ihrer Farben, andere wegen ihrer Zusammensetzung. Bei Atlas von Sandnes Garn überwiegt die Materialmischung.
Denn das Garn bietet zwar eine breite wunderschöne Farbpalette, aber gleichzeitig eine spannende Mischung aus norwegischer Lammwolle und Merinowolle. Und diese Kombination hat mich neugierig gemacht.
Lammwolle trifft Merino
Atlas besteht aus 70 % norwegischer Lammwolle und 30 % Merinowolle. Damit verbindet Sandnes Garn zwei ziemlich unterschiedliche Eigenschaften miteinander.
Norwegische Wolle ist vor allem für ihre Robustheit und Formstabilität bekannt. Ihre Fasern sind gröber im Vergleich zur feinen Merinowolle und sorgen dafür, dass Strickstücke schön ihre Form behalten. Das sind Eigenschaften, die gerade z.B. bei Pullovern und Jacken interessant sind.
Bei Atlas ist dabei besonders, dass es sich nicht einfach um irgendeine norwegische Wolle handelt, sondern um Lammwolle. Als Lammwolle wird die erste Schur eines jungen Schafs bezeichnet. Die Fasern sind in der Regel feiner und weicher als die Wolle eines ausgewachsenen Tiers, behalten aber den charakteristischen Griff und die Widerstandsfähigkeit der jeweiligen Schafrasse.
Merinowolle wiederum ist besonders fein und weich. Ihre feinen Fasern können sich leichter biegen und fühlen sich dadurch auf der Haut weniger kratzig an als gröbere Wollfasern. Bei Atlas sorgt der Merinoanteil also für einen weicheren Griff im Vergleich zu Garnen aus reiner norwegischer Schurwolle.
Das Ergebnis ist kein superglattes, kuschelweiches Schurwollgarn. Das möchte es auch gar nicht sein. Atlas darf nach Wolle aussehen und sich auch danach anfühlen. Genau das macht für mich einen großen Teil seines Charmes aus.
Natürlich, wollig und ein bisschen rustikal
Im Knäuel sieht man diese leicht rustikale Optik mit einer luftigen Fadenkonstruktion, was sich im Strickbild positiv bemerkbar macht. Manche Farben sind meliert und geben dem Garn zusätzlich eine lebendige Oberfläche.

Gleichzeitig wirkt es durch die Merinowolle nicht ganz so ursprünglich wie ein klassisches norwegisches Wollgarn.
Mit einer Lauflänge von 108 Metern auf 50 Gramm gehört Atlas außerdem zu den etwas kräftigeren Garnen in der DK Stärke. Die empfohlene Maschenprobe liegt bei 18 Maschen auf 10 Zentimetern.
Und dann sind da noch die Farben
Was mir bei Atlas ebenfalls gefällt, ist die Farbpalette. Neben vielen natürlichen und gedeckten Tönen gibt es auch Farben, die ein bisschen mehr auffallen.
Zum Beispiel ist mir provence blue ist direkt ins Auge gefallen.
Ich mag bei einem eher wolligen Garn besonders die Mischung aus Naturtönen, die den Charakter der Wolle unterstreichen, und dazwischen einzelne kräftigere Farben, die sofort Lust auf ein neues Projekt machen und zum Kombinieren einladen.

Was Atlas besonders macht
Atlas ist für mich vor allem ein Garn mit Charakter. Es versucht nicht, besonders glatt oder perfekt zu wirken, sondern darf wollig aussehen und sich auch so anfühlen.
Die Mischung aus norwegischer Lammwolle und Merino macht Atlas zu einer spannenden Ergänzung im Sortiment von Sandnes Garn. Der ursprüngliche Charakter der Wolle bleibt erhalten und bekommt durch den Merinoanteil einen deutlich weicheren Griff.
Gleichzeitig ist Atlas ein Garn, bei dem ich direkt viele Möglichkeiten für unterschiedliche Strickprojekte sehe. Welche das sind, zeige ich euch in einem der nächsten Beiträge.
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