Über uns – Ein Gespräch mit Ilka, Gründerin von Invenila

Hinter Invenila steckt kein anonymes Team, sondern eine Person mit einer sehr genauen Vorstellung davon, wie sich ein guter Wollshop anfühlen sollte. Wir haben Ilka ein paar Fragen gestellt: zu ihrer Zeit im Wollladen ihrer Mutter, zur Idee hinter Invenila und dazu, warum sich hier fast alles um ein einziges Garn dreht, Sandnes aus Norwegen.

Du hast jahrelang im Wollladen deiner Mutter gearbeitet. Wie bist du da eigentlich gelandet, ausgesucht oder einfach so reingerutscht?

Der Wollladen ist für mich früh zu einer Art Rückzugsort geworden, einfach weil ich dort respektiert wurde. Gestrickt habe ich davor schon gern, das hatte mir meine Mutter beigebracht, häkeln war dagegen nie so richtig mein Ding. Dass ich dann dort mitgearbeitet habe, war eine bewusste Entscheidung: Es hat mir einfach Freude gemacht. Bis heute helfe ich übrigens noch aus.

 

Was hat dir diese Zeit im Laden mitgegeben, das du bis heute mitnimmst?

Vor allem das Beraten selbst: Kundinnen bei der Farbwahl zu helfen oder einzuschätzen, welche Qualität sich für welches Projekt eignet. Das habe ich über die Jahre wirklich gelernt und geübt, ein Gefühl für Farben und für die unterschiedlichen Garnqualitäten, das mir bei Invenila bis heute zugutekommt.

 

Was hat dann den Ausschlag gegeben, daraus einen eigenen Onlineshop zu machen?

Mir ist aufgefallen, dass viele Menschen heute gar keinen guten Wollladen mehr in ihrer Nähe haben und deshalb zwangsläufig online bestellen. Ich wollte, dass mehr Menschen Zugang zu genau der Beratung und dem Wissen bekommen, das ich aus dem Laden meiner Mutter kenne, egal wo sie wohnen. Daraus wollte ich einen Shop bauen, der das ein Stück weit ausgleicht.

 

Was geht denn beim Online-Kauf von Wolle im Vergleich zum Laden verloren?

Im Laden macht einen großen Teil des Kaufs eigentlich das Anfassen aus: wie sich ein Garn anfühlt, wie es in der Hand liegt, wie die Farbe bei echtem Licht wirkt statt auf einem Bildschirm. Das fällt online komplett weg. Gerade bei Wolle finde ich das schade, weil genau das oft entscheidet, ob ein Projekt am Ende so wird, wie man es sich vorgestellt hat.

 

Wie gehst du das an, wie soll sich Invenila trotzdem anfühlen?

Ein Stück von diesem Ladengefühl nach Hause zu bringen, ist eigentlich das, woran ich langfristig arbeite. Ein Beispiel: Ich möchte irgendwann Garnproben anbieten, mit denen man Garne wirklich anfassen und kennenlernen kann, bevor man sich für ein größeres Projekt entscheidet. Das steckt aktuell noch im Aufbau, aber genau in diese Richtung soll sich Invenila entwickeln. Ein weiterer Baustein ist unser virtueller Chatbot Ila, den wir gezielt auf Garnsets, Mengen und passende Farbkombinationen trainieren, damit er bei Fragen wirklich weiterhelfen kann. Das ersetzt natürlich nicht das persönliche Gespräch, aber es hilft schon mal in die richtige Richtung, vor allem wenn gerade niemand vom Team da ist.

 

Dein Sortiment dreht sich stark um Sandnes Garn aus Norwegen. Wie kam diese Fokussierung zustande?

Sandnes haben wir schon im Laden meiner Mutter verkauft, insofern war das Garn für mich nie fremd. Was mich daran überzeugt, ist die Kombination aus der norwegischen Herkunft, der Qualität und den Farbwelten, die ein sehr natürliches, ursprüngliches Gefühl haben. Dazu kommt der Slow-Fashion-Gedanke, der mir bei Sandnes gefällt, und dass ich die Modelle frischer und moderner finde als vieles andere. Das war für mich der Ausgangspunkt, mich intensiver damit zu beschäftigen.

 

Viele Shops wollen möglichst breit aufgestellt sein, mit ganz vielen Marken. Du gehst bewusst den umgekehrten Weg. Warum?

Ich kenne das selbst gut: Bei den meisten Shops, die ich kenne, ist das Angebot so riesig, dass ich mich beim Auswählen eher überfordert als gut beraten fühle. Deshalb habe ich mich bewusst für eine Marke entschieden, hinter der ich wirklich stehe und die gleichzeitig ein ausreichend großes Sortiment bietet, um für die meisten Projekte das passende Garn zu finden. Ich will die unterschiedlichen Qualitäten wirklich verstehen, wissen, welche Farben sich gut kombinieren lassen und welches Garn sich für welches Projekt eignet. Das geht meiner Meinung nach nur, wenn man sich auf etwas konzentriert, statt sich zu verzetteln.

 

Wo soll Invenila stehen, wenn es nach dir geht, sagen wir in fünf Jahren?

Ich würde mir wünschen, dass Invenila zu den ersten Anlaufstellen gehört, wenn jemand Fragen zu Sandnes Garn hat oder das passende Garn für ein bestimmtes Projekt sucht. Nicht, weil ich mich als die Expertin bezeichnen möchte, sondern weil ich mich einfach wirklich intensiv mit diesem einen Garn beschäftige, und das soll man beim Stöbern im Shop und im Austausch mit uns auch merken. Langfristig könnte ich mir vorstellen, die Invenila-Familie zu vergrößern. Und vielleicht gibt es irgendwann sogar einen Ort zum Vorbeikommen, im Industriestil, mit hohen Decken, wo man einen Kaffee trinken, in Ruhe stricken und auch vor Ort bei Events Sandnes Garn kaufen kann.

 

Und zum Schluss, ganz unabhängig von Wolle: Was sollen die Leser noch über dich wissen?

Ich stricke nicht, weil ich unbedingt das fertige Projekt haben will, oder weil es im Vergleich zu Boutique-Ware günstiger wäre, wenn man wirklich dasselbe Material kaufen würde. Für mich ist beim Stricken und Häkeln der Weg das Ziel: Man hat ein tolles Garn in der Hand, das Spaß macht, man setzt sich bewusst hin, und genau das ist mir wichtig. Ansonsten: Ich liebe Kaffee, lache gern und viel und versuche, immer positiv zu sein. Am liebsten bin ich am Meer und laufe am Strand entlang, dahin kann mein Hund leider nicht mehr mitkommen, aber wir genießen beide unsere Auszeiten in der Natur beim Spazierengehen.


Vielen Dank für das Gespräch, Ilka.

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